Das neue EU-Emissionshandelssystem

EU-ETS und die Rolle der Wirtschaftstreuhänder 
bei der Prüfung der Emissionszertifikate

Das EU-Emissionshandelssystem - EU-ETS (The European Union Greenhouse Gas Emissions Trading Scheme) ist ein wichtiger Teil der europäischen Strategie, um das Kyoto Protokoll zum Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaveränderungen zu erfüllen.

Seit dem Start des so genannten EU-Emissionshandelssystems am 1. Januar 2005 bekommen Betreiber größerer Industrieanlagen Berechtigungen für den Ausstoß von CO2 von der jeweiligen nationalen Stelle gratis zugeteilt. Das Emissionshandelssystem ermöglicht es Unternehmen, deren CO2-Ausstoß größer als die zugeteilte CO2-Menge ist, von 'umweltfreundlicheren' Firmen zusätzliche Emissionszertifikate zu erwerben. Umgekehrt können Unternehmen nicht benötigte CO2-Zertifikate verkaufen. Investitionen in saubere Technologien können auf diese Weise Gewinn bringen und gleichzeitig zur Erfüllung der im Rahmen des Kyoto-Protokolls festgelegten Klimaschutzziele beitragen.

Zur Feststellung des tatsächlichen CO2-Ausstoßes haben die Betriebe jährlich einen sogenannten Emissionsbericht zu erstellen, dessen Richtigkeit von einer unabhängigen Prüfeinrichtung zu überprüfen ist. Aufgrund der intensiven Bemühungen des Ausschusses für Umweltfragen der KSW während des gesamten Gesetzwerdungsprozesses konnte erreicht werden, dass jeder unabhängigen Prüfeinrichtung jedenfalls ein Wirtschaftstreuhänder als Experte für den Bereich Datenaudit angehören muss. Die Prüfung von Emissionsmeldungen stellt somit ein neues Aufgabengebiet für den Berufsstand dar.

§ 10 Emissionshandelsgesetz (EZG) sieht vor, dass diese Prüfeinrichtungen der Zulassung durch das Lebensministerium bedürfen und dafür den Nachweis der erforderlichen Fachkunde zu erbringen haben. Die genauen Regelungen über die entsprechenden Kenntnisse finden sich in der Fachkundeverordnung, BGBl. II 2004/424. Um als Datenauditor tätig sein zu können, muß eine vom Lebensministerium anerkannte Schulung absolviert werden. Diese wird beispielsweise von der WKÖ angeboten. Das genaue Programm der Veranstaltung wird ab Juni 2005 über folgende Homepages abrufbar sein: www.wko.at/up und www.umweltbundesamt.at

Zur Frage Bilanzberichterstattung hat die europäische Wirtschaftstreuhandorganisation FEE das Papier ‚FEE Alert: Emissions Trading’ erstellt. Die FEE erhofft mit diesem Diskussionspapier zur Nachhaltigkeitsdebatte in jedem Mitgliedsstaat beizutragen.

www.wko.at/up

www.umweltbundesamt.at