Corporate Social Responsibility und nichtfinanzielle Kennzahlen im Lagebericht

"Corporate Social Responsibility ist ein Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren, da sie zunehmend erkennen, dass verantwortliches Verhalten zu nachhaltigem Unternehmenserfolg führt" (Mitteilungen der Kommission: "Die soziale Verantwortung der Unternehmen", Juli 2002)

Die Mitteilungen der Europäischen Kommission zur CSR vom Juli 2002 beschreiben drei Punkte:

  • CSR ist freiwillig. Unternehmen entscheiden selbst, über die Erfüllung der Gesetze hinauszugehen.
  • CSR soll in alle Geschäftstätigkeiten integriert werden: Jeder Business-Aspekt hat soziale Auswirkungen. CSR kann daher nicht einfach in eine Abteilung abgeschoben werden.
  • CSR betrifft sowohl Wirtschaft, Gesellschaft als auch die natürliche Umwelt.


Ausschließlich freiwillig ist CSR aber nicht. Seit 1. 1. 2005 werden an Lageberichte großer Kapitalgesellschaften und Konzerne erweiterte Anforderungen gestellt . Lageberichte sind Teil der verpflichtenden jährlichen Rechnungslegung von mittelgroßen und großen AGs und GmbHs. Sind zwei der folgenden Kriterien zutreffend: Bilanzsumme von mind. 14,6 Mio. EURO, Umsatz von mind. 29,2 Mio. EURO und Beschäftigtenzahl von über 250 ArbeitnehmerInnen, so gelten für diese großen Kapitalgesellschaften und auch für Konzerne zusätzliche Berichtserstattungspflichten:

Zusätzlich zu den finanziellen Leistungsindikatoren ist im Lagebericht eine Analyse der wichtigsten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren durchzuführen, dabei sind auch Informationen zu Umwelt- und ArbeitnehmerInnenbelangen zu behandeln. Die dafür relevanten Kennzahlen sollen sich an Komplexität und Umfang der Geschäftstätigkeit und damit am Geschäftsverlauf und am -ergebnis orientieren. Rechtliche Grundlage dafür bildet die Modernisierungsrichtlinie der EG (RICHTLINIE 2003/51/EG), die seit 1.1. 2005 in Österreich in nationales Recht (ReLÄG Rechnungslegungsänderungsgesetz 2004) umgesetzt ist. Darin ist der Lagebericht bzw. dessen Inhalt folgendermaßen definiert: „Der Lagebericht bzw. der konsolidierte Lagebericht sind wichtige Elemente der Rechnungslegung […] Die Informationen sollten nicht auf die finanziellen Aspekte des Geschäfts des Unternehmens beschränkt sein. Dies sollte gegebenenfalls zu einer Analyse ökologischer und sozialer Aspekte führen,[…]“

Welche Kriterien für die Leistungsindikatoren zutreffen müssen, ist in der Richtlinie ebenfalls angeführt und wurde im § 243 HGB umgesetzt: „Soweit dies für das Verständnis des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses oder der Lage der Unternehmen erforderlich ist, umfasst die Analyse die wichtigsten finanziellen und — soweit angebracht — nichtfinanziellen Leistungsindikatoren, die für die betreffende Geschäftstätigkeit von Bedeutung sind, einschließlich Informationen in Bezug auf Umwelt- und Arbeitnehmerbelange.“

Basisinformation dazu liefern Grundsatzpapiere der EU, wie z.B. der europäischen Umweltpolitik sowie daraus abgeleiteter Umweltziele im Umweltbereich, die Sozialagenda der EU , sowie die CSR-Strategie der EU im ArbeitnehmerInnenbereich.

Über die Anforderungen für den Lagebericht hinaus gehen die EMAS-Verordnung der EU und der Leitfaden der Global Reporting Initiative zu Nachhaltigkeitsberichten und –kennzahlensystemen , welche aber in jedem Fall hervorragende Dokumente zum Aufbau eines Nachhaltigkeitsmanagementsystems sind. Weitere Hintergrundinformationen:

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